Hoffest

 


 

 
HOFFEST 2012

Im Rahmen unseres Hoffestes am 01. und 02. September 2012, fand auch der Wettbewerb im Leistungspflügen bei und statt.
Neben "BauernPower" mit den Lasterbacher Musikanten am Samstagabend sorgte ein buntes Rahmenprogramm auch am Sonntag für jede Menge Spaß, Unterhaltung und Information für die ganze Familie
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Unsere Besuche konnten nur noch zu Tausenden gezählt werden.

   

 

Sebastian Murkowski siegte erneut im Drehpflügen

 

Am Wochenende fanden zahlreiche Besucher den Weg auf das Betriebsgelände der Familien Schuster und Mörtter in Wahlrod im Westerwald, wo der 33. Bundesentscheid im Leistungspflügen stattfand. Wie bereits beim letzten Mal konnte sich Sebastian Murkowski aus dem Kreis Altenkirchen erneut den Sieg im Drehpflügen sichern.

(Fotos: "ak-kurier" Bianca Klüser)

Wahlrod. Am ersten Septemberwochenende fand der 33. Bundesentscheid im Leistungspflügen in Wahlrod statt. Aus diesem Anlass zog es zahlreiche Besucher auf das im Westerwald gelegene Betriebsgelände der Familien Schuster und Mörtter.

Nachdem bereits am Samstag, 1. September, die theoretische Prüfung in Altenkirchen sowie das Trainingspflügen, Wettpflügen und Hoffest auf dem Hehlinger Hof stattgefunden hatten, wurde am Sonntagmorgen um 11 Uhr bei strahlendem Sonnenschein der Wettbewerb eröffnet.
Bei dem alle zwei Jahre ausgetragenen Bundesentscheid traten jeweils 17 Teilnehmer aus verschiedenen Bundesländern in den Kategorien Beet- und Drehpflügen gegeneinander an. Von den insgesamt 34 Teilnehmern gingen für das Bundesland Rheinland-Pfalz fünf Teilnehmer an den Start, die allesamt aus dem Kreis Altenkirchen kommen: Stephan Müller aus Flammersfeld und Frank Thomas aus Kescheid traten im Beetpflügen an, Sebastian Murkowski aus Orfgen, Florian Fey aus Kescheid und Roman Deneu aus Flammersfeld im Drehpflügen.
Sebastian Murkowski war es bereits beim letzten Bundesentscheid gelungen, sich den Sieg zu sichern. Auch in diesem Jahr gelang ihm, im Drehpflügen mit 125,5 Punkten den ersten Rang zu belegen. Zweiter wurde Matthias Stengelin aus Baden-Württemberg. Den dritten Platz belegte Florian Fey, ebenfalls aus dem Kreis Altenkirchen, Rheinland-Pfalz. Im Beetpflügen durfte sich Baden-Württemberg gleich dreifach freuen: Sebastian Körkel sicherte sich mit 121,7 Punkten den ersten Platz, gefolgt von Johannes Bendele auf dem zweiten Rang und Anne Hartmann auf dem dritten.

Im Rahmen des Bundesentscheids im Leistungspflügen war es die Aufgabe der Teilnehmer, eine per Los zugewiesene Parzelle auf dem zur Verfügung stehenden Gelände mit dem Pflug zu bearbeiten, wobei sich die Größe der zu bearbeitenden Fläche an der Zahl der Pflugschare orientiert. Bei der Bearbeitung kam es vorrangig auf die Erfüllung technischer Anforderungen an, wie beispielsweise ein gleichmäßiges Ein- und Aussetzen des Pfluges oder das möglichst exakte Einhalten der geforderten Pflugtiefe. Dabei war von den Teilnehmern reichlich Geschick im Umgang mit dem Pflug gefordert.
Die gezeigte Leistung wurde von den Wertungsrichtern geprüft, in Zweifelsfragen wurde der als Oberrichter agierende Helmut Wolf, erster Vorsitzender des Deutschen Pflügerrat e.V., hinzugezogen, um eine endgültige Entscheidung zu fällen. Das Pflügen wie auch die Ergebnisauswertung erfolgen nach den international anerkannten Regeln des Deutschen Pflügerrates e.V..

Die Besucher der Veranstaltung waren, abgesehen von der Verfolgung des Wettbewerbs, dazu einladen, den Bauernmarkt auf dem Hehlinger Hof zu besuchen, wo zahlreiche Aussteller sich mit Produkten aus unterschiedlichsten Bereichen der Landwirtschaft präsentierten.
Mitgebrachten Hunger und Durst konnten die Besucher auf dem Bauernmarkt ebenfalls stillen. Kulinarische Leckereien, deftig Herzhaftes wie fruchtig Süßes, waren den Gästen dort geboten. (bk)

Quelle: Rhein-Zeitung



Wäller siegt beim BundesleistungspflügenWahlrod

Auf und um den Hehlinger Hof bei Wahlrod wogten am Sonntag keine Getreidefelder mehr, dafür aber Massen von Besuchern, die nur nach Tausenden zu zählen waren. Die Stoppelfelder waren aber der wichtigste Ort für das Großereignis: der Bundesentscheid im Leistungspflügen 2012. 36 Pflüger und zwei Pflügerinnen wollten wissen, wer die oder der Beste in Deutschland ist und an der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Kroatien teilnehmen darf. Ein Wäller gehört zu den Siegern.

36 Pflüger? Halt, da ist doch einer zu viel. Eric Koepf aus Baden hat sich mit seinem 50 Jahre alten Agria-Einachser auch ein Beet zum Beackern gesichert. Die 18 Wertungsrichter lassen ihm seinen Spaß und schauen sich seine Arbeit an.
Ihr konzentriertes Hauptaugenmerk gilt aber den „echten“ Wettbewerbsteilnehmern. Da wird sorgfältig auf das Einhalten der regeln geachtet, beurteilt und gemessen. 20 Minuten haben die Pflüger am Anfang für ihre Spaltfurche Zeit, für die sie auch drei Fluchtstangen zu Hilfe nehmen dürfen. Nach der Beurteilung der Spaltfurche bleiben den Wettbewerbsteilnehmern 160 Minuten fürs Bearbeiten eines etwa 80 mal 20 Meter großen Beetes. Das geschieht beim Beetpflügen durch Rundfahren, beim Drehpflügen durch Hin- und Herfahren.
Unterwegs sind die Pflüger auf allen Arten von Traktoren, von fast historischen bis zu modernen Hochleistungsschleppern. „Der Traktor muss einfach zum Pflug passen“, stellte Eugen Dumler auf Honneroth fest. Er war selbst früher Pflüger und ist heute Wertungsrichter. Auch die Pflüge sind meist keine Serienmodelle, sondern Spezialkonstruktionen, die jeder Pflüger selbst modifiziert hat.
Mittlerweile haben die Wettbewerbsteilnehmer begonnen, mit Hochdruck ihr Beet zu bearbeiten. Immer wieder springen sie von ihren Traktoren, um am Pflug etwas nachzumessen und zu korrigieren. Von den unzähligen Zuschauern am Feldrand wird das entweder mit absolutem Sachverstand oder völliger Verständnislosigkeit kommentiert – je nach Vorwissen.
Relativ ruhig geht es am Beet von Sonja Jordan aus Alt-Duvenstedt in Schleswig-Holstein zu. Das ihr zugeloste Gelände liegt recht weit vom allgemeinen Getümmel entfernt. Die 27-jährige hauswirtschaftliche Betriebsleiterin – die meisten Teilnehmer am Wettkampf sind überhaupt keine Landwirte, werden aber von der Landwirtschaft aus Beste unterstützt – ist zum ersten Mal dabei.
Sonja kam durch ihren Freund Jan Wintjen zum Pflügen. Sie macht jetzt bei den Beetpflügern mit, er bei den Drehpflügern. Und ein Wohnmobil voller Fans steht auch am Feldrand. Geert Womelsdorf, ihr erfahrener Trainer, ist zufrieden. „Natürlich zählt auch Erfahrung“, weiß er. Aber bei einem Alter von 35 Jahren ist in Deutschland Schluss mit der Teilnahme.
Die Pflüger sind eine Gemeinschaft, auch wenn untereinander harter Wettbewerb herrscht. Ein Thüringer hat für den Nachbarn aus Hessen am Feldrand eine Bierflasche postiert. „Der Pflüger muss ja ein Ziel haben“, meint er verschmitzt, um sich dann die Furchen seiner Freunde aus Thüringen anzuschauen und sogar einen privaten Bewertungsbogen auszufüllen.
Die Pflügergemeinschaft Westerwald unterstützt natürlich nach Kräften die eigenen Leute um Lokalmatador Sebastian Murkowski, aus Orfgen, der immerhin bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr in Schweden den 13. Platz erreicht hatte. Auf seinem IHC 844-S hat er den Pflug fest im Griff, muss aber ab und zu auch mit dem Schraubenschlüssel korrigieren.
Nach und nach sind die Beete komplett gepflügt. Jetzt kommt noch einmal viel Arbeit auf die Wertungsrichter unter der Oberhoheit von Helmut Wolf vom Deutschen Pflügerrat zu: Wurde gerade und gleichmäßig gepflügt? Ist die geforderte Pflugtiefe möglichst exakt eingehalten? Wurde der Pflug gleichmäßig ein- und ausgesetzt? Ist kein Bewuchs mehr zu sehen? Ach ja, und eine theoretische Prüfung mussten die Pflüger auch ablegen. Am Ende standen die Sieger fest: Sebastian Körkel (Baden-Württemberg) im Beetpflügen und Sebastian Murkowski (!) im Drehpflügen.

Quelle: AK-Kurier


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